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Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

EU schützt elf neue geografische Angaben aus Zentralamerika

  • Presseartikel
  • 23. Juni 2022
  • Brüssel
  • Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
  • Lesedauer: 4 Min
EU schützt 10 geografische Angaben aus El Salvador und 1 geografische Angabe aus Costa Rica

Die EU und ihre zentralamerikanischen Partner feierten heute den zehnten Jahrestag der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Zentralamerika. Im jährlichen Assoziationsausschuss einigten sich die EU, Costa Rica, El Salvador, Honduras, Guatemala, Nicaragua und Panama darauf, das Abkommen weiter zu vertiefen, indem elf neue geografische Angaben aus Zentralamerika direkt im Rahmen des Abkommens geschützt werden. Dies spiegelt das Interesse der Parteien wider, lokales Wissen und hochwertige Lebensmittel zu schützen und die Entwicklung des ländlichen Raums zu fördern. Dies ist das erste Mal seit dem ursprünglichen Beschluss zum Schutz geografischer Angaben im Rahmen des Abkommens, dass geografische Angaben in das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Zentralamerika aufgenommen werden. Sie umfasste bis dahin neun geografische Angaben aus Zentralamerika und 116 geografische Angaben aus der EU.

Zu den neuen geschützten Produkten gehören fünf Premium-Kaffeebohnen aus El Salvador: Café Alotepec, Café Bálsamo Quezaltepec, Café Bálsamo Quezaltepec, Café Cacahuatique, Café Chichontepec, Café Tecapa Chinameca, sowie der Tarrazú-Kaffee aus Costa Rica. Diese beiden Länder sind wichtige Lieferanten von Weltklasse-Kaffee in die EU. Die Liste der neuen geschützten Produkte umfasst auch andere ikonische Lebensmittel aus El Salvador: Camarón Bahía de Jiquilisco, Garnelen aus der Bucht von Jiquilisco; Chaparro, eine Spirituose aus fermentiertem weißen Maiskörner und Zuckerrohrsaft; Jocote Barón Rojo San Lorenzo, eine kleine Frucht; Loroco San Lorenzo, ein Gemüse; und Pupusa de Arroz de Olocuilta, ein dick gefülltes Fladenbrot aus Reismehl, eine besondere Variante des berühmten nationalen Lebensmittels „Pupusa“ in El Salvador. Diese elf Produkte werden in der EU vor Nachahmungen und Usurpation geschützt. Andere zentralamerikanische Länder prüfen derzeit auch mögliche Anträge auf Schutz zusätzlicher geografischer Angaben im Rahmen des Abkommens.

Die wichtigsten EU-Einfuhren aus Zentralamerika sind tropische Früchte, Nüsse und Gewürze, Kaffee, Tee, Palm- und Palmkernöle, pflanzliche Erzeugnisse und Zwiebeln, Wurzeln und lebende Pflanzen. Im Rahmen des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Zentralamerika stiegen die Einfuhren landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus Zentralamerika in die EU von 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf 4 Milliarden Euro im Jahr 2021 - ein Wachstum von 44 %. Mehr als 50 % der Ausfuhren aus Costa Rica in die EU sind Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse, und für El Salvador machen Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse fast 30 % ihrer Ausfuhren in die EU aus.

In diesem Zusammenhang kann der Schutz geografischer Angaben aus diesen beiden EU-Ländern einen Mehrwert für diese Erzeugnisse auf dem EU-Binnenmarkt schaffen und somit zur Existenzgrundlage der Landwirte in Zentralamerika und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region beitragen. Eine EU-Studie hat gezeigt, dass der Schutz geografischer Angaben den Erzeugern zusätzliche Einnahmen bringen und positive Auswirkungen auf die Entwicklung des ländlichen Raums haben kann, insbesondere in Ländern, in denen der Tourismus eine wichtige Rolle in der Wirtschaft spielt, wie Costa Rica und El Salvador.

Als das Abkommen vor zehn Jahren geschlossen wurde, wurde vereinbart, dass Zentralamerika sein System geografischer Angaben weiterentwickeln wird. Beide Parteien bekundeten in einer gemeinsamen Erklärung ihre Absicht, die Zahl der geschützten geografischen Angaben aus Zentralamerika zu erhöhen, sobald neue Erzeugnisse registriert werden können. Die heutigen Ergänzungen erfüllen dieses Ziel und ebnen den Weg für die künftige Aufnahme weiterer Schutzprodukte im Rahmen des Abkommens.

Hintergrund

Die EU-Qualitätsregelungen zielen darauf ab, die Namen bestimmter Erzeugnisse zu schützen, um ihre einzigartigen Merkmale, die mit ihrer geografischen Herkunft und ihrem traditionellen Know-how zusammenhängen, zu fördern. Dies ist einer der großen Erfolge der europäischen Landwirtschaft mit mehr als 3.300 EU-Namen, die entweder als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) oder als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) eingetragen sind. Mehr als 1.500 geografische Angaben mit Ursprung außerhalb der EU sind derzeit innerhalb der EU geschützt, was vor allem auf bilaterale Abkommen wie dieses mit Zentralamerika zurückzuführen ist.

Liste von 11 neuen geografischen Angaben aus El Salvador und Costa Rica
Land Name Produkte
Costa Rica Tarrazú Kaffee
El Salvador Café Alotepec Kaffee
El Salvador Café Bálsamo Quezaltepec Kaffee
El Salvador Café Cacahuatique Kaffee
El Salvador Café Chichontepec Kaffee
El Salvador Café Tecapa Chinameca Kaffee
El Salvador Hotels in der Nähe von Bahía de Jiquilisco Garnelen
El Salvador Chaparro Spirituosen
El Salvador Jocote Barón Rojo San Lorenzo Frisches Obst
El Salvador Loroco San Lorenzo Frischgemüse
El Salvador Hotels in der Nähe von Arroz de Olocuilta Runde flache dicke Reistortilla

Dokumente

  • 6. MAI 2026
Statistisches Factsheet zum Agrar- und Lebensmittelhandel – Costa Rica
  • 6. MAI 2026
Statistisches Factsheet zum Agrar- und Lebensmittelhandel – El Salvador

 

Datum der Veröffentlichung
23. Juni 2022
Autor
Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
Ort
Brüssel

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