
Wer erhält das Geld?
Die GAP verfügt über ein spezifisches Umverteilungssystem für landwirtschaftliche Betriebe jeder Größe. Die Europäische Union betrachtet kleine landwirtschaftliche Betriebe als Eckpfeiler der EU-Landwirtschaft, da sie eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Beschäftigung und Entwicklung im ländlichen Raum spielen.
Wer erhält das Geld?
Nach Umfang der GAP-Unterstützung
Jedes Jahr erhalten fast 6 Millionen landwirtschaftliche Betriebe in der EU finanzielle Unterstützung aus der GAP. Ein Hauptkritikpunkt ist, dass 80 % dieser Mittel nur 20 % der landwirtschaftlichen Betriebe zugutekommen. Bei den meisten dieser Begünstigten handelt es sich jedoch nach wie vor um Familienbetriebe, und nur sehr wenige bewirtschaften mehr als 500 Hektar.
Im Laufe der Jahre hat die GAP Instrumente zur gezielten Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten entwickelt, die den dringendsten Bedarf haben. Umverteilungsprämie und degressive Zahlungen kommen vielfach zum Einsatz.
Nach Größe des landwirtschaftlichen Betriebs
- Fast die Hälfte aller Betriebe, die im Jahr 2022 GAP-Unterstützung erhielten, waren sehr kleine landwirtschaftliche Betriebe (weniger als 5 Hektar). Diese bewirtschafteten nur 5 % der Fläche und erhielten 6 % der Zahlungen.
- Betriebe mit 5 bis 250 Hektar erhielten über 70 % der Direktzahlungen. Diese Betriebe machten etwa 50 % aller landwirtschaftlichen Betriebe aus und bewirtschafteten 68 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der EU.
- Große landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 250 Hektar machten nur etwas mehr als 1 % aller unterstützten Betriebe aus. Sie erhielten 23 % der Direktzahlungen und bewirtschafteten 27 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der EU.
Warum erhalten landwirtschaftliche Betriebe Unterstützung?
Landwirtinnen und Landwirte verdienen oft weniger als andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der EU. Die GAP bietet Unterstützung, da die Landwirtschaft oft nicht rentabel ist. Mit dieser Unterstützung soll
- sichergestellt werden, dass in der EU eine für die Versorgung der Bevölkerung ausreichende Menge an Nahrungsmitteln erzeugt wird;
- sichergestellt werden, dass die Erzeugung hohen Gesundheits- und Umweltstandards entspricht;
- den Landwirtinnen und Landwirten bei Folgendem geholfen werden: Pflege des ländlichen Raums, Einhaltung der Umweltvorschriften und Gewährleistung von Pflanzen- und Tiergesundheit und Pflanzen- und Tierschutz.
Umverteilungsprämie für kleinere landwirtschaftliche Betriebe
Die Zahlungen an die Landwirtinnen und Landwirte werden hauptsächlich pro Hektar berechnet. Die Durchschnittsbeträge gehen jedoch häufig mit zunehmender Größe der bewirtschafteten Flächen zurück. Um kleineren landwirtschaftlichen Betrieben zu helfen, sieht die GAP vor, dass die EU-Länder einen Teil der von der EU erhaltenen Mittel von größeren auf kleinere landwirtschaftliche Betriebe umschichten:
- Die EU-Länder müssen mindestens 10 % der GAP-Direktzahlungen auf diese Weise umwidmen.
- Will ein Land nur einen niedrigeren Prozentsatz umschichten, muss es der Europäischen Kommission gegenüber nachweisen, dass andere GAP-Instrumente und -Maßnahmen dem Umverteilungsbedarf wirksam gerecht werden.
Unterschiedliche Unterstützung für unterschiedliche landwirtschaftliche Betriebe
Größe ist nicht alles. Einige kleine landwirtschaftliche Betriebe benötigen möglicherweise weniger Unterstützung, da
- ihr Einkommen auch aus nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten wie Agrotourismus, Bildungsworkshops, Direktverkauf von Konfitüren, Soßen oder Backwaren usw. stammt;
- sie ohnehin sehr rentabel sind (z. B. im Gartenbau).
Darüber hinaus kann es sich bei großen Begünstigten um Genossenschaften handeln, die sich aus vielen kleineren Betrieben zusammensetzen. In der EU gibt es mehr als 42 000 Erzeugerorganisationen (EO), von denen viele die Form von Genossenschaften haben.
Die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten verfügen zudem über eine Reihe von Instrumenten zur Unterstützung von
- kleinen und mittleren Unternehmen,
- Junglandwirtinnen und ‑landwirten,
- Landwirtinnen und Landwirten in abgelegenen Gebieten,
- Landwirtinnen und Landwirten in Sektoren mit Schwierigkeiten sowie
- Landwirtinnen und Landwirten, die umweltfreundliche Verfahren anwenden.
Infolgedessen können die Zahlungen zwischen den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben, Regionen und EU-Ländern erheblich schwanken. Beispielsweise sollte eine Bio-Landwirtin oder ein Bio-Landwirt in den Bergen aufgrund des herausfordernden landwirtschaftlichen Umfelds höhere Zahlungen pro Hektar erhalten als eine konventionelle Landwirtin oder ein konventioneller Landwirt im Flachland.
Andauernde, gerechte Unterstützung
Ziel der GAP ist es, denjenigen Landwirtinnen und Landwirten Einkommensstützung zu gewähren, die sie am dringendsten benötigen, und zwar insbesondere kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben.
Um dies zu erreichen, werden mehr als 10 % der Direktzahlungen der EU (4 Mrd. EUR jährlich) über die Umverteilungsprämie – das wichtigste Instrument für diesen Zweck im Rahmen des GAP-Haushalts 2023-2027 – umverteilt. Das ist mehr als doppelt so viel wie im vorangegangenen Zeitraum (und dürfte zu einer durchschnittlich 15 % höheren Zahlung je Hektar für die kleineren Betriebe führen).
Rechtshinweis: Der veröffentlichte Text dient lediglich zu Informationszwecken und ist nicht rechtsverbindlich.
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